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{INSIDER} 3. Oktober 2017

"Stop for the ONE!"

Als wir vor 5 Jahren (schon sooo lange her!) in Mosambik waren, haben wir diese Aussage das erste Mal gehört und das Konzept hat uns seitdem nicht losgelassen. Für den Einen oder die Eine anhalten, Programme, Pläne und eigene Ziele für einen Moment zurückstellen und sich der Person widmen, dessen Weg Gott gerade mit meinem kreuzt. Zuhören, die Augen aufhalten, und vor allem nicht von Zufällen ausgehen. Es ist eigentlich die Essenz des Evangeliums, das was Jesus irgendwie den ganzen Tag gemacht hat - seinen Nächsten lieben. Egal wer, egal wo. Und dann sind krasse Sachen passiert, weil Gott wirken konnte und der richtige Moment beim Schopf gepackt wurde. Wir alle können das heutzutage erleben...

...das einzige Ding ist - es ist echt nicht leicht! Wir sind total herausgefordert, weil wir ja Sachen zu tun haben (da sind wir bestimmt nicht allein, oder?). Wie halte ich für den Einen an, wenn ich meine Kids im Schlepptau habe? Oder wir pünktlich bei XYZ sein müssen? Wenn ich mitten in einem Meeting sitze oder gleich mein Zug fährt? Wie halte ich für die Eine an, wenn ich grad so gar nichts zu geben habe, Gott weit weg zu sein scheint oder ich keine Antworten auf meine eigenen Fragen habe?

Wir sind keine Experten aber drei Sachen wissen wir schon mal ganz sicher: es gibt keine Formel, es braucht Mut und es ist immer ein Segen. Jedes Mal, wenn Gott uns bittet mit jemandem zu sprechen oder uns für jemanden Zeit zu nehmen, sieht das anders aus und die Herausforderung in dem Moment ist anders. Es braucht immer ein bisschen Überwindung, weil wir uns oft fragen "was denkt dieser Mensch jetzt bloß von mir?" oder der Klassiker "habe ich jetzt wirklich Gott gehört oder mir das nur eingebildet?!". Letztlich ist es jedoch immer ein Segen. Entweder, weil die Person positiv reagiert und man somit weiß, man durfte jemandem Gottes Liebe zeigen (und nicht unbedingt immer mit Worten!). Und wenn keinerlei oder eine negative Reaktion kommt, liegt darin doch ein Segen, weil man es einfach gemacht hat und der eigene Glaube wächst.

Viele meinen, als Missionare würden wir den ganzen Tag genau das tun. Doch weit gefehlt! Die meisten Tage sind mit so vielen banalen Arbeiten, Meetings, Kochen, Projektplanung, Einkäufen, Schulaufgaben, Buchhaltung, Wäsche falten, Anträgen und Emails, Papierkram und streitenden Kindern gefüllt, dass uns das nicht einfach fällt. Wir wollen darin wachsen, für den  Einen anzuhalten! Wie sieht's bei Dir aus?

Foto: Ein glücklicher Kinderpflasterempfänger beim Gesundheitscheck, der wöchentlich im Hope Centre angeboten wird.